Den Weg bitte nicht mit Wegen, Autobahnen oder Strassen verwechseln
August 13th, 2008Oder doch?
Oder doch?
Der christliche Gott soll gesagt haben: Ich bin der ich bin.
Das väterliche Gesetz sollen wir uns nicht als deterministischen göttlichen Willen vorstellen, so im Sinne eines gütigen Graubards mit stark geäderten Armen, die jederzeit zupacken und vernichten können, wenn sie nicht länger gütig angesehen werden wollen, also bitte das Gesetz nicht mittels der Figuren Michelangelos sich vorstellen oder darstellen, sondern flattrig, unklar und wechselhaft, als ständigen “bumbler”.
Das Dao handelt von allem und von nichts.
Vom Dao etwas zu wissen, ist zu viel.
Vom Dao etwas zu wissen, ist zu wenig.
Vom Dao etwas zu wissen, ist möglich.
Vom Dao nichts zu wissen, ist unmöglich.
Vom Dao alles zu wissen, ist unmöglich.
Vom Dao kann man lesen, dass es eins hervorgebracht hat.
Vom Dao kann man lesen, dass es Gemeinsamkeiten mit der Mathematik hat.
Vom Dao kann man wissen, dass es von Gegensätzen handelt und der Energie, die ein Gleichgewicht zwischen Gegensätzen herstellen kann, der Energie, die von der Erde hinaufsteigt und der Energie, die vom Himmel herabsteigt.
Von den Gegensätzen kann man auf das Verhältnis der Geschlechter schliessen.
“In meiner Schrift Über das Universum als Fortsetzung des Sonnensystems. Jena: Frommann, 1848 zeigte ich, dass der Organismus nichts anderes ist, als eine Verbindung aller Thätigkeiten des Universums in einem individuelle Körper. Diese Lehre hat mich zu der Überzeugung geführt, dass Welt und Organismus einerlei sind und nicht bloss mit einander in Harmonie stehen. Daraus entwickelte sich mein Mineral-, Pflanzen- und Thiersystem, sow ie meine philosophische Anatomie und Physiologie.“ Oken, Lorenz: Lehrbuch der Naturphilosophie. Zürich: Schulthess, 1843. 3. Auflage, IV.

Sex Determination 0/10
“Die binäre Beziehung zwischen Kultur und Natur fördert ein hierarchisches Verhältnis, in dem die Kultur der Natur frei eine Bedeutung `auferlegt` und sie damit zum `anderen`macht, das sich für die eigenen, schrankenlose Zwecke aneignen lässt und die Idealität des Signifikanten sowie die nach dem Modell der Herrschaft organisierten Bezeichnungsstrukturen sichert”. Referat feministischer Theorien, die sich Lévi-Strauss`strukturalistische Anthopologie aneignen in: Judith Butler: Das Unbehagen der Geschlechter – Gender Studies [Routledge 1990]. Frankfurt: Suhrkamp, 1991, S. 64.
Judith Butler schreibt: “Während des Semesters, indem ich dieses Kapitel [“Das Verbot, die Psychoanalyse und die Produktion der heterosexuellen Matrik”] schrieb, habe ich ein Seminar über Kafkas Erzählung In der Strafkolonie gehalten, die ein Folterinstrument beschreibt, das eine interessante Analogie zum gegenwärtigen Feld der Macht und besonders der maskulinen Macht bereitstellt. Bezeichnenderweise gerät die Erzählung bei ihrem Versuch, die Geschichte zu erzählen, wiederholt ins Stocken. Die Ursprünge können nicht eingeholt werden, und die Karte, die den Weg zu ihnen weisen könnte, ist mit der Zeit unlesbar geworden”. Judith Butler: Das Unbehagen der Geschlecter – Gender Studies [Routledge 1990]. Frankfurt: Suhrkamp, 1991, S. 226.

(Stocken in Descartes Dioptrik)
Kafkas Geschichten laden zur philosophischen Inspektion von Strukturen ein, die uns bestimmen. Wie verhält sich die Philosophie zu Gedichten, z.B. zu Hoskotes oder Zukofskys, die Strukturen der Macht in klangliche Rhythmen übersetzen? Kafka verdichtet in einem Bild, was vorher nicht wahrnehmbar war, Gedichte würde ich gerne denken, als künstlerische Formen, die Strukturen als Bakterien, Bazillen, Pilze, Würmer zersetzen.