Archive for the 'Tool' Category

Headfarm: Wahrnehmbar, Handhabbar

Sunday, February 9th, 2014

J: Noch einmal zum Riesenhaften …
R: Das Riesenhafte in der Kultur oder in der Natur?
J: Die Unterscheidung zwischen beiden Begriffen ist ständig in Bewegung, sprechen wir von riesigen Produktionsstätten, Kraftwerken, die das Auge nicht mit einem Blick überschauen kann.
H: Sprechen wir vom Internet oder von Handelsverbindungen, Frachtwegen, die ein Philosoph wie Heidegger als Gefahr wahrnahm.
J: Das Riesenhafte ist ein Gemisch aus Wahrnehmbaren und Nichtwahrnehmbaren.
M: Ich denke nicht so physiologisch entlang den Sinnesorganen Auge und Ohr. Ich würde vom Handhabbaren und vom Nicht-Handhabbaren sprechen.

Headfarm

Friday, June 14th, 2013

f-2 I Une paillette d’or est un disque minuscule, en métal doré, percé d’un trou. Mince et légère, elle peut flotter sur l’eau. Il en reste quelquefois une ou deux accrochées dans les boucles d’un acrobate. Cet amour, mais presque désespéré, mais chargé de tendresse, que tu dois montrer à ton fil, il aura autant de force qu’en montre le fil de fer pour te porter. Je connais les objets, leur malignité, leur cruauté, leur gratitude aussi… (Jean Genet, Le Funambule) I L f-3

Headfarm

Wednesday, June 12th, 2013

2 I Eine goldene Paillette ist eine winzige Scheibe aus vergoldetem Metall, von einem Loch durchbohrt. Dünn und leicht, vermag sie auf dem Wasser zu schwimmen. Manchmal bleiben eine oder zwei in den Locken eines Akrobaten hängen. (Jean Genet, Der Seiltänzer (Gifkendorf: Merlin Verlag, 1995), S. 5) I R 3

Headfarm: Luchsharn

Wednesday, October 31st, 2012

1 (H.) — I (Luchshahn) R 2 (H (korrigierend) I (Luchsharn) I (fragend, woher der Gedanke kommt, dass etwas wirkt, dieser Gedanke setzt die Wahrnehmung von Veränderung voraus und damit eine Zeitvorstellung sowie die Vorstellung von Körpern, die in sich etwas enthalten, das hervortreten und wirken kann unter bestimmten Umständen (Luchsharn, der verscharrt gewesen sein muss, oder Perlen, die aus der Tiefe des Meeres, oder Steine, die aus der Tiefe der Bergwerke hervorgebracht werden müssen, um dann den Sand blutrot zu färben, den Puls von Soldaten stocken zu lassen, Männer zum Lachen zu reizen und daran sterben zu lassen)) Abbruch

1 (D oder D.) I (Zeit) I (Zeit: also Veränderung also Raum) Abbruch

1 (R. googelnd) I Luchsharn I (Luchsharn Journal for Art, Sex and Mathematics) Abbruch

Headfarm

Sunday, June 24th, 2012

Eine gezeichnete Linie ist ein Modell für ein mögliches Verhältnis zur Welt: Punkt für Punkt, Strich für Strich lässt sie einen Zusammenhang entstehen, der temporär Vertrauen suggeriert, indem er auf Bekanntes anspielt: Einen Kopf, Augenlöcher, Mundlöcher. Zugleich teilt die Zeichnung mit, dass dieses Vertrauen brüchig ist, weil es von uns selbst geschaffen ist und damit endlich ist (sich in die Elemente (Erde, Wasser, Luft) auflöst). Aber was bleibt uns übrig, als immer wieder zu versuchen, uns indem, was wir tun, einen Halt zu schaffen.

Headfarm

Friday, June 15th, 2012

Kraft wessen kann eine Linie Punkte verbinden? Kraft wessen denken wir eine Linie als eine unendliche Menge an Punkten?  Am Bildschirm erscheinen die Linien, die ein Pinsel oder Bleistift ziehen, vergleichbar mit einer Linie, die durch Addition von Punkten entsteht.

Jedes Bild entsteht dank anderer Bilder, kraft der Einbildung. „Die Einbildung bringt Bilder hervor, indem sie die Einheit dieser Bilder hervorbringt“ (Christoph Menke, Kraft – Ein Grundbegriff ästhetischer Anthropologie (Frankfurt: Suhrkamp, 2008), S. 60).

Das Buch stiftet verdächtig Einheit. Der Blog weckt einen anderen Verdacht.

Thursday, December 15th, 2011

Barbara Ellmerer

Frontispiz

Wednesday, November 30th, 2011


A. A., Magnetologia curiosa, Zentralbibliothek Zürich, Alte Drucke und Rara, NP 1836, Frontispiz

A.A., Traitté de l’aiman : divisé en deux parties, la première contient les expériences & la seconde les raisons que l’on en peut rendre / par Mr. D (Amsterdam: Henry Wetstein, 1687) ETH Zürich, Alte Drucke , Rar 5054, Frontispiz

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Pleasurable magnetic movements

Wednesday, November 30th, 2011

„ …  Es könten zwar noch viel andere annehmliche Sachen mit dem Magnethen allhier beygebracht werden / weil wir aber zu lang zu seyn fürchten / als wollten wir den geneigten Leser zu solchen Bücher gewissen haben welche davon ein mehrers handeln.“ (A. A., Magnetologia, S. 50)

A. A., Magnetologia curiosa, Zentralbibliothek Zürich, Alte Drucke und Rara, NP 1836, Fig. [41] #

Magnetically pointing ad words

Wednesday, November 30th, 2011

„Ahnstatt der Stunden kann man allerhand Wörter stechen lassen als zum Exempel Zornig / Melancholisch / Geizig / Freygebich & […] Wann man nun eines Temperament oder Zuneigung bemercken will so muss man mit Geschückligkeit machen das der Magneth mit dem verlangten Wort auff den Circul übereinkomme / und so alsdann die Persohn die Nadell herumb drehet / würd derselbe sich verwundern / in dem er sich durch die Nadell beschrieben siehet / welche nach vielen Umblauffen endlich auf dem Wort stehen bleibet welches seine Zuneigung erkläret.“ (A.A., Magnetologia, S. 50)


A. A., Magnetologia curiosa, Zentralbibliothek Zürich, Alte Drucke und Rara, NP 1836, Fig. [40] #

R.: Ich stelle die Frage anders. Nicht ob der Ernst vor dem Spiel, die Forschung vor dem Vergnügen die Erforschung des Magnetismus zeitlich rhytmisiert, ich denke, dass das Spiel, das Schachspiel, das Werfen von Steinen, die Bedeutung tragen sollen, am Anfang steht, am Anfang der Entwicklung. Der Autor führt hier wieder zusammen, was wir irrtümlich trennen: Die Lust am Experimentieren und Kombinieren. Was er hier als curiose Attraktion beschreibt, wurde durch kryptologische Überlegungen, auch Experimente mit magnetischen Fernschreibern „mitermöglicht“.

[ZB Magnet 3] Athanasius Kircher (1601-1680), Magnes sive De arte magnetica tripartium ( Köln: Iodocus Kalcoven, 1643), Zentralbibliothek Zürich, Alte Drucke und Rara, Z 113, fol. 344