Headfarm: Notat

April 19th, 2014

I >>… dass in der alten Keilschrift das gleiche Zeichen für die Begriffe Gebieter und Gebieterin verwendet werde, wo es isch um Gottheiten handle. << (Alfred Bertholet, Das Geschlecht der Gottheit (Tübingen: Mohr, 1934), S. 22.

Headfarm

April 17th, 2014

R: Was zählst Du an fünf Fingern auf? Flugzeuge, ein Schiff, einen Raum?
D: Gehäuse, Verschlüsse der Welterfahrung.
M: Ich sehe Vektoren, Fäden, Linien.
R: Wir können keine Linie denken, ohne sie in Gedanken zu ziehen.
D: Bei mir ist die Linie immer schon da, sie verändert sich, wenn ich frage, woher sie kommt.
M: Du suchst nach einer Wurzel der Weise der Welterfahrung.
D: Weise der Alte vom Berge, er ist ein Astronom, der sich die Erde als einen Blasebalg mit vielen Luftwindröhren denkt. Am Ende jeder Luftwindröhre erscheint ein Stern.
H: Nur nachts und wenn die Nacht nicht erleuchtet ist.
D: Mich beschäftigen die Relais zwischen diesem Moment, in dem ihr das hört oder lest, was ich formuliere, und möglichen anderen Momenten; und dann die Relais, in denen sich eine Richtung im Raum ändert.
H: Zwei scheint die einzige gerade Primazahl zu sein. Ich bringe das ein, weil wir die Frage der Verteilung und Ordnung der Differenzen zwischen den Geschlechtern nicht aus der Zeichenproduktion entlassen dürfen, sollten.
M: Du meinst nicht vergessen?

 

April 15th, 2014

1035

Etel Adnan

April 15th, 2014

Die erfahrene Schönheit war eine Illusion. Alles, was sie machte, war diesen besonderen Herzschlag, der unseren Fall erinnert, zu beschleunigen.

Kalt + Kalt ist eine algebraische Gleichung; Des Schnees Weisse spurt die Blutlinie, die durch das Lebensfeuer läuft.

* Nach Etel Adnan, >>Poems from ‘Fog’<<, in RES 8 (November 2011)

Headfarm: Der Mond, die Mond

April 14th, 2014

M: Flötenlöcher sind die ältesten  Vehikel der Monderfahrung. Flötenspielerinnen waren Priesterinnen in den Heiligtümern, die dem Mond gewidmet waren.
H: Dem Mond oder der Mond ?
M: Vollmond, Neumond, Halbmond, Viertelmond, je nachdem bedeckt ein Finger ein Flötenloch ganz oder gar nicht, oder zur Hälfte oder nur ein Viertel.

Etel Adnan: Headfarm Maschine

April 10th, 2014

Arbeitet der kalte Körper mit dem Schmerz, den er fühlt, zusammen oder ist er verpflichtet, ihn zu ertragen? *

1 I Etellichtbrocken vom Beton an der Limmat schnappen, von der dort aus fischen, aus der Luft, aus dem Wasser, was sich so für einen mechanischen Menschen anbietet. I L 2
2 I Kann ja nicht in Kalifornien surfen, da zwischen den Sandkörnern schreiben, wenn alles nass ist, die Finger klamm vom Wasser, der Körper nach Neopren riecht.I L 3
3 I Babelglutwindröhren I L 4

* Nach Etel Adnan, >>Poems from ‘Fog’<<, in RES 8 (November 2011)

Etel Adnan

April 8th, 2014

Alles, was zu tun bleibt, ist Zuhören, einem Baseballspiel übers Radio. Wir haben keine Tabus mehr. Zu töten ist eine grosse Langeweile geworden.

Vögel fliegen in die grosse Leere, sie ist die repetitive Wüste ihrer Herzen. Himmel, Wellen auf Wellen bewegen sich direkt in die Hand. Eine Finsternis kann der Seele Erleuchtung bringen.

Nach einer schwächenden Ekstase, die Dämmerung. Sirenen senden Warnungen gegen eine bevorstehende Überschwemmung. Lass uns in der kommenden Nacht bleiben.

Alle Birnen sind in Position und funktionieren. Es gibt nichts Besonderes zu berichten. Zumindest für eine Weile, Erde wird ein Planet bleiben.

 

Nach Etel Adnan, >>Poems from ‘Fog’<<, in RES 8 (November 2011)

Headfarm: Cairo by John Mateer

March 31st, 2014

J: >>’My books should be read one after the other, in the order they were written, thus copying the way seconds work into minutes, and minutes into hours.’<< (*)
R: 60 seconds form 1 minute, 360 grades one circle.
D: Counting is a form of structure building, building a structure without a ground.
R: Luftschlossbau: Building castles in the air.
H:

>>Outside, Cairo
is a ruined cinema…<< (John Mateer) **

* Edmond Jabès, The Book of Resemblances 2 (Translated by Rosmaire Waldrop, Hanover: Wesleyan University Press, 1978), p. 3.

** John Mateer, >>Winsor Hotel – an Ur Poem<<, in: das magazin der kulturstiftung des bundes 19, p. 15.

 

Headfarm: Gap

March 27th, 2014

D: Writing explores a gap.*
R: I will argue that desire for the other finds here a root.
H: Finding a root in a gap?

* >>In other words, the seed of writing will lie in the possibility of opening up a gap between the pictorical and the scriptorial function of the emblematic sign. << Roy Harris, The Origin of Writing (London: Duckworth, 1986), p. 133

March 25th, 2014

Barbara Ellmerer (Watercolors on Scanner)