ad Headfarm (27. Jan.2015)

January 31st, 2015

C H Q V W

Die stimme hinter dem vorhang – das sprechen ist unsichtbar, war stets ein fernsprechen. – Wie findet die sprache zu einer namentlichen körperschaft, zu ‘der person’? Zur waltenden person, der, die eine stimme hat … Abstraktionen um löcher und schlaufen: grammatik der ketten und schüsse, gewebe der subjekte und prädikate.

“Kultur ist eine Ordensregel” (Wittgenstein) – ist verstrickung um aktivisch und passivisch. Ein mensch ist nackt/haut-und-haar, die person hingegen ist fleisch-und-blut (anatomie als ein abschied), wortgesetzlich eingekleidet in einer wertigkeit der blösse. Pronomina als abstand an/in/zwischen/zu ein|ander, die kasi – ein regularium herrschaftlicher verfügung über besitzanteile. Heiligenbildlegenden. Gewalt als scham.

Soweit zugleich als beziehungpflicht im theater der hauptsachen und vorbehalte. Und die hüllen des schweigens? – Mit in den mulden voller verlorener formen von bildheiligen und legenden …

Diagonale dehnung. Poiesis setzt beim obszönen ein: geräuschhaft irgendwo, vielleicht aus einem raum am andern ende des zeitflurs.

JSO MAEDER

Headfarm

January 27th, 2015

A: Was gegen die Gewalt unternehmen: die Gewalt, mit der Billionen Euro in die Märkte geflutet werden.
B: Gegen die Gewalt dieser Macht etwas unternehmen oder tun.
C: „Die Ikone, das Unvorstellbare, Nicht-Darstellbare, das sich jeder Wesensbestimmung entzieht, das sich jeder Istfrage* verweigert, wird es nicht doch in dem Akt des Darstellens, seines Sich-Präsentierens begreiflich?“ **
D: Anders mit der Gewalt umgehen, anders schreiben, vielleicht  langsamer oder lauter in die Tasten des Computers hauen, statt hauen oder schlagen: den Computer durch einen Bleistift oder Füller ersetzen.
E: Den Füller mit Goldfeder auf ricardo.ch anbieten, den Erlös an Handicap International überweisen.
F: Oder an Kiva.org: einer Gruppe von LandwirtInnen einen Mikrokredit gewähren oder einer Studentin in Syrien.
G: Eine Brücke, irgendein Standpunkt ist nötig, um die Zumutungen in den Nachrichten zu überblicken, um festzustellen, was uns in den Nachrichten zugemutet wird, um zu erfahren, was Menschen und ihren Märkten angetan wird.
H: Überblicken, bewerten, urteilen?
I: Eine Kritik der Urteilskraft? Sich selbst analysieren, statt konkret etwas zu tun?
J: Was wäre denn konkret zu tun? Was können Intellektuelle, KünstlerInnen und Schreibende tun, unternehmen?
K: Was ist denn eine richtige Schriftstellerin, Intellektuelle, KünstlerIn. Wie beschäftigt … sich mit den Nachrichten?
L: Kristalle formen, beobachten, wie Wasser in einer Regentonne gefriert.
M: Während in den Flüchtlingscamps Kinder erfrieren.
N: Hilft da Aristoteles oder Badiou etwas?
O: Aristoteles soll gesagt haben, man kann mich auch schlagen, wenn ich nicht dabei bin.
P: Wir werden von Nachrichten erschlagen, Geschehnissen, an denen wir nur mittelbar, manchmal sehr indirekt beteiligt sind. Soviel Katastrophen, dass man nicht weiss, was man denken, wie sich orientieren soll. Auf jeden Fall Waffenhersteller boykottieren.
Q: Bei der Frage, was mittelbar und was unmittelbar ist, ansetzen.
R: Unzerstörbar soll das Universum sein, unsere Seele ist ein Spiegel des unzerstörbaren Universums.
S: Dazu wird ein diskursiver Strang „Reine Mittel“ entwickelt, in dem die zeitlichen Differenzen benannt und verhandelt werden. Dieser Strang stellt zentrale Begriffe und Argumentationen aus den philosophischen Diskursen vor, kontextualisiert sie geschichtlich als archivarisches Problem (A-Z), problematisiert die medialen Bedingungen (A-Z) und vergleicht sie (A-Z), untersucht den Grenzverlauf (sinnlich-begrifflich, Sinn-denkend, Sinn-erzeugend-malend-collagierend-scannend) (A-Z) und fluchtet sie auf das Problem der Orientierung im digitalen Netz (A-Z).
T: Was für ein Denken suchen wir denn? Eines mit Stöcken?
U: Mit diesen archaischen Mitteln bleiben wir im Modus der vermeintlichen Direktheit, des Unmittelbaren.
V: Gehen wir von der Zelle aus. Suchen wir, entwickeln wir ein Denken, das in der Zelle, mit der Zelle, in der wir uns befinden, zurechtkommt.
W: Zellen, Denken, Gerät, Maschine, Netz, und das Geschlecht.
X: Was kann das sein, unser Denken, das sich nicht einem Mittel, dem einen Ziel, dem Auftrag einer bestimmten Koporation, Stadt, Kirche oder Gönnerschaft verpflichtet weiss?
Y: Es beschäftigt sich mit der Passform, der Mulde, in die etwas geformt wird und dann herausgelöst wird. Ist Schrift so eine Mulde? Ist ein Bild so eine Mulde? Nein, sie können in Mulden abgelegt werden, in Mulden geformt werden. Sie sind Zellen, die von der Architektur, der Form der Mulde gestaltet werden. Sie können sich von den Mulden, Gussformen, Schalen befreien. Mulden sind Hyperzellen, Bilder, Schrift, Texte: Zellen.
Z: Also bietet das JSO-Denken eine Chance für die Frage von A.
B: Wir sind der Gewalt ausgewichen, indem wir uns mit uns selbst beschäftigen, indem wir uns mit Kunst beschäftigen, mit unserem künstlerischen Leben, dem Leben Intellektueller.
C: „Mit dieser Frage hat sich eine Theologie der Ikone vornehmlich auseinanderzusetzen.“ **
D: Ich habe keinen Überblick über unsere Headfarm. Mir fehlt eine Ebene, von der aus ich überblicken kann was hier geschieht?
E: Das hat schon jemand von uns gesagt.

* Deutsch im Original.
** Massimo Cacciari, „Die Ikone“ [1. Kapitel aus Teil II Icone della Legge] in: Volker Bohn (Hrsg.), Bildlichkeit (übersetzt von wurde von Jürgen Blasius, Frankfurt/M.: Suhrkamp, 1990), S. 385.

January 26th, 2015

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JSO MAEDER : FIG bl/jan.2015 (1-9)

January 11th, 2015

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