Steinzeit

June 13th, 2016

„Eine junge Frau in einem Interieur hält eine Waage und stützt sich dabei auf einen Tisch, auf dem Perlen und Geldstücke liegen.“

Victor Stoichita, Das selbstbewusste Bild – Vom Ursprung der Metamalerei (München: Fink, 1998), S. 185

Headfarm: Atom-Tasten

June 11th, 2016

I Unser Atomdenken ist gelenkt durch unser Empfinden, das vom Denken gelenkt wird.
I Denken und Empfinden werden imprägniert durch unsere Techniken, Kochen, Rudern, Lieben, Küsen, Singen, Streiten, Atmen.
I Unsere mechanischen Bewegungen bewirken mittels Tasten, Clicks und Scrollen etwas in einem digitalen, elektronischen Gerät. Aber wie? Das führt uns zu Fragen nach der Übersetzung von Kräften, in denen sich zeitliche und räumliche Annahmen so verschieben, dass unsere Vorstellungskraft strapaziert wird. Die Aktivierung einer Schnittstelle zwischen Mensch und Computer verändert zum Beispiel elektromagnetische Felder und koppelt die Mechanik der Berührung am Interface auf der einen Seite mit Wechselwirkungen im atomaren Bereich und andererseits mit entfernten Orten der Stromerzeugung auf der Makroebene. Vertraute Gesten, wissenschaftliche Modelle und technische Anlagen mit ihren jeweiligen räumlichen Skalen überlagern sich dabei. Hinzu kommt die Mitführung historischer Dimensionen durch die Bezeichnungen, die wir verwenden. Sie synchronisieren kulturgeschichtliche Epochen und versprechen eine Übertragbarkeit gegenwärtiger Praxen auf historische: Das Scrollen ruft Geschichten der Handhabung von beschriebenen Rollen wach, der Click erinnert an die Unterscheidung zwischen menschlichen und tierischen Lauten und die Tasten verweisen auf langwierige Ausdifferenzierungen der körperlichen Grenzen. Im Unterschied zu Wind- und Wasserkraft, deren Ströme mit Fahnen, Mühlen und Rädern einsichtig kanalisiert oder sogar kinderleicht mit Mund und Händen erzeugt werden können, entziehen sich elektrische und magnetische Kräfte der direkten Handhabe. Es sind Kräfte, die mit suggestiven Vorstellungen von polarisierenden, verborgenen Verbindungen beladen worden sind. Sie setzen Mittel und Konstruktionen voraus, die wir freistellen möchten.

Headfarm

June 10th, 2016

I Kannst Du sagen, dass Atome leben, schlafen, Nasen, Namen haben wie ein
Hund in einer Kiste (Elefantenohren an Fingern) oder Farben in Kästen?
I Farben leben so wenig und so viel wie Steine.
I Wenn ich an einen Stein denke, dann denke ich an etwas rundes Ruhendes.
I Bei mir stellt sich die Lautkette „Rolling Stones“ stumm ein, ich höre und sehe sie nicht, ab sie ist da „Rolling Stones“. Wenn ich das wiederhole und versuche, genauer hin zu hören, dann nehme ich im Hintergrund radioartiges Sprechen wahr.

June 9th, 2016

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Headfarm

June 9th, 2016

I Rund sind sie!
I Wer?
I Atome!
I Atome haben Haken, Arme, Äste, Nasen haben sie. Sie sind so, wie du sie dir denkst.
I Wie ich mir wünsche, dass sie sind.
I Nein, sie sind so wie sie gedacht werden müssen.

June 8th, 2016

schwarzes loch_1Judith Albert

Headfarm

June 8th, 2016

I Schrift spritzt nicht; Tinte und Farbe schon, atom_e nur, wenn die Sprache das nahelegt.

June 6th, 2016

Tinte und Supermagnet 4 (2)

Barbara Ellmerer

Kaisersucht

June 5th, 2016

Sind denn Sterne Steine?
Scheinen sie nur Stein zu sein
Wie Muscheln, Austern, die doch
Nicht Steine sind, wenn ihre Schalen auch so scheinen?

June 5th, 2016

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