Archive for the 'Vehikel' Category

Headfarm

Saturday, May 10th, 2014

M: Tanzen, sprechen, mit Stöcken den Boden, Gebüsche, Bäche ertasten: Älteste Weisen der Welterfahrung.
J: Du vermeidest das Wörtchen, die Kopula >>sind<<, stattdessen setzt du Doppelpunkte.
D: Neutestamentlich tanzen wir nicht wortlos, aber ohne Einsatz an den Nachrichten vorbei. Kein weiblicher Ausgang muß stattdessen innerhalb des Nullsummendenkens über uns und die Chance >>Mensch ich bin hier<< gewählt werden. Sieh einmal meine Augen an, die derzeit mein Leben sehen und einige Spiele zwischen dem Kummer wie Rosenblätter sich entfalten.

Headfarm

Thursday, April 17th, 2014

R: Was zählst Du an fünf Fingern auf? Flugzeuge, ein Schiff, einen Raum?
D: Gehäuse, Verschlüsse der Welterfahrung.
M: Ich sehe Vektoren, Fäden, Linien.
R: Wir können keine Linie denken, ohne sie in Gedanken zu ziehen.
D: Bei mir ist die Linie immer schon da, sie verändert sich, wenn ich frage, woher sie kommt.
M: Du suchst nach einer Wurzel der Weise der Welterfahrung.
D: Weise der Alte vom Berge, er ist ein Astronom, der sich die Erde als einen Blasebalg mit vielen Luftwindröhren denkt. Am Ende jeder Luftwindröhre erscheint ein Stern.
H: Nur nachts und wenn die Nacht nicht erleuchtet ist.
D: Mich beschäftigen die Relais zwischen diesem Moment, in dem ihr das hört oder lest, was ich formuliere, und möglichen anderen Momenten; und dann die Relais, in denen sich eine Richtung im Raum ändert.
H: Zwei scheint die einzige gerade Primazahl zu sein. Ich bringe das ein, weil wir die Frage der Verteilung und Ordnung der Differenzen zwischen den Geschlechtern nicht aus der Zeichenproduktion entlassen dürfen, sollten.
M: Du meinst nicht vergessen?

 

Headfarm: Der Mond, die Mond

Monday, April 14th, 2014

M: Flötenlöcher sind die ältesten  Vehikel der Monderfahrung. Flötenspielerinnen waren Priesterinnen in den Heiligtümern, die dem Mond gewidmet waren.
H: Dem Mond oder der Mond ?
M: Vollmond, Neumond, Halbmond, Viertelmond, je nachdem bedeckt ein Finger ein Flötenloch ganz oder gar nicht, oder zur Hälfte oder nur ein Viertel.

Headfarm: Cairo by John Mateer

Monday, March 31st, 2014

J: >>’My books should be read one after the other, in the order they were written, thus copying the way seconds work into minutes, and minutes into hours.'<< (*)
R: 60 seconds form 1 minute, 360 grades one circle.
D: Counting is a form of structure building, building a structure without a ground.
R: Luftschlossbau: Building castles in the air.
H:

>>Outside, Cairo
is a ruined cinema…<< (John Mateer) **

* Edmond Jabès, The Book of Resemblances 2 (Translated by Rosmaire Waldrop, Hanover: Wesleyan University Press, 1978), p. 3.

** John Mateer, >>Winsor Hotel – an Ur Poem<<, in: das magazin der kulturstiftung des bundes 19, p. 15.

 

Headfarm: Gap

Thursday, March 27th, 2014

D: Writing explores a gap.*
R: I will argue that desire for the other finds here a root.
H: Finding a root in a gap?

* >>In other words, the seed of writing will lie in the possibility of opening up a gap between the pictorical and the scriptorial function of the emblematic sign. << Roy Harris, The Origin of Writing (London: Duckworth, 1986), p. 133

Headfarm: Krim, Maidan, Malaysia Airlines: Flug MH 370

Monday, March 17th, 2014

M: Wie kannst Du Dich lustig machen?
D: Was ist das Problem?
H: Wir beobachteten vor Wochen, wie in der Ukraine die Opposition zusammengeschossen wurde.
M: Beinah sahen wir Fotos von Klitschkos Leiche in einem Kanal treibend.
D: Das sollten wir nie sehen. Die Medien schützten Klitschko. Er hatte den Olympia-Schirm um sich aufspannen lassen. Auf den Titelseiten der Zeitung sahen wir die brennenden Barrikaden auf dem Maidan, blutende Körper, rot triefende weisse Verbände und erst im hinteren Bund der Zeitungen kamen die Goldmedaillen, das war ein konkreter Schutz vor der Eskalation der Gewalt der Potentaten, die sich mit Friedensspielen, mit olympischen Spielen, während denen die Waffen ruhen sollten, schmücken wollten.
R: Das ist längst passé, die Krim ist verloren. Der Sieg auf dem Maidan: Ein Leerzeichen der geopolitischen Reaktion.
D: Hängt das vermisste Flugzeug aus Kuala Lumpur damit zusammen?
R: Die Sensoren zeigen nichts.

Etel Adnan

Tuesday, March 11th, 2014

Jeder Moment ein Startpunkt, an die Bewegung denken, reisen. Ist Denken pandemisch?

Nach Etel Adnan, >>Poems from Fog<<, in RES 8 (November 2011)

Headfarm: Verschlingen

Friday, February 28th, 2014

D: Ich habe das Geschlecht der Gottheit gelesen.
M: Gelesen oder verschlungen?
D: Indem ich die Zeichen verschlungen habe, haben meine Vorstellungen sich neu verschlungen:

>>Männlich ist auch der oberste Berggott der Japaner, Oho-yama-tsu-mi, d.h. ˒grosser Bergherrʿ; das schliesst aber nicht aus, dass als Göttin des Fuji-Berges jetzt eine weibliche Gottheit, die, ˒wie Baumblüte herrlich blühende Prinzessinʿ, verehrt wird.<<.*

* (Alfred Bertholet, Das Geschlecht der Gottheit (Tübingen: Mohr, 1934), S. 10.

Headfarm: Edmond Jabès

Thursday, February 27th, 2014

D: Während des Tauchgangs das Vehikel zu verlassen ist Selbstmord.
J: Es kommt vor, dass sich ein Schreibender am Rand des Buches selbst tötet.*

* >>Il arrive qu’un écrivain se suicide au bord du livre…<< (Edmond Jabès, La Livre des Ressemblances II, p. 202)

Headfarm: Scannen, Tauchgang

Tuesday, February 18th, 2014

D: Wozu scannen?
R: Um etwas zu verschriftlichen.
M: Warum wird etwas aufgeschrieben?
R: Zur Erinnerung.
H: Bitte sag jetzt nicht Erinnerung ist das und das.
M: Wozu ist Erinnerung gut?
H: Das operiert  immer noch mit diesem Wörtchen >>ist<<, mit dieser Feststellung, dass etwas das ist und das nicht.
D: Hör mal, wenn etwas wie Erinnerung zu etwas gut ist, dann wird damit bereits die Möglichkeit einer Veränderung ausgesagt. Wozu ist die Erinnerung gut? Sie ist gut, um das blosse Sein des >>ist<< in Bewegung zu versetzen.
H: Wir sind weiterhin auf Tauchgang, auf dem Tauchgang der indoeuropäischen Sprachen, die zwischen Gegenständen und Operationen mit diesen Gegenständen und zwischen Gegenständen und ihren Eigenschaften unterscheiden.