Training der globalen Einbildungskraft

so kann man die derzeitigen Diskussionen über den Klimawandel verstehen. Es ist nun mit grösster Sicherheit bekannt geworden, was wir schon lange angenommen haben: Dass der Mensch die Umweltkatastrophe verursacht, unter der nun nicht mehr nur die Armen leiden, sondern auch die Skiwütigen der Industrienationen. Jetzt beginnt man den abstrakten Klimamodellen und Simulationen Glauben zu schenken, jetzt, da auch in den Ländern der Reichen die Folgen des Klimawandels fühlbar werden. Bemerkenswert an der Diskussion um das IPCC-Papier* ist, dass man beginnt, sich global auf wahrscheinliche Zukünfte der Menscheit zu einigen. Das ist eine Leistung der Rechner und auch ein Hinweis, dass man gemeinsam Vorstellungen, die in den Bahnen der Naturwissenschaft und der Mathematik geführt werden.

Die individuelle Einbildungskraft hinkt hinterher. Es kann sich derzeit wohl niemand in den westlichen Ländern vorstellen, was es heisst, ein Drittel oder zwei Fünftel seines täglichen Energieverbrauchs einzusparen. Ist das eine Aufgabe für die Kunst? Braucht die Kunst solche Aufgaben?

* http://www.ipcc.ch/SPM2feb07.pdf

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