Descartes: Like balls in a slingshot particles are spread out from the sun

René Descartes  (1596-1650), Principia Philosophia ( Amsterdam: Ludovicus Elzevirius, 1650), Zentralbibliothek Zürich, Alte Drucke und Rara, FF 91, p. 93

Sporaden

Orakel haben den bau von atomen.
Wenn man den kern aufschlägt, werden sprengkräfte frei.

Das Ich mit sehr hoher wertigkeit beginnt – wie uran – zu zerfallen.

Wenn das rad des Seins sich schneller zu drehen beginnt,
zieht uns die fliehkraft ab von der nabe.

Walter Hilsbecher*

R.: Dieses Gedicht wollte ich Euch seit längerem vortragen. Mich beschäftigt das Wort „Atom“. Mir scheint es hier leichtfertig verwendet, so als wolle der Autor mitteilen, seht: Ich kenne das Wort „Atom“ und weiss auch, dass es nicht unteilbar ist …

J.: So wie man sagen kann, Munch, Kandinsky und Co. malten Kraftfelder, wenn sie Kreise malen?

D.: Bei Munch und Kandinsky ist die Adaption komplexer, obwohl ich schon damit ein Problem habe, wenn Kraftfelder einfach so in ein Bild kopiert werden.

J.: Aber das hat doch Duchamp auch gemacht?

D.: Er war raffinierter.

J.: Ich denke, dass Worte und Bilder niemanden gehören.

D.: Doch sie entstammen Zusammenhängen und wer sie einfach kopiert, der outet sich als Kopist.

J.: Da muss ich scharf wiedersprechen. Wir sind alle Kopisten, Skribenten des Buchs Gottes.

R.: Ich verstehe den Modus des Kopierens als graphische Auseinandersetzung.

D.: Du bist ungenau. Kopieren ist nicht dasselbe wie Auseinandersetzen.

M.: Sind die folgenden Abbildungen  einfache Kopien oder Weiterentwicklungen oder Auseinandersetzungen? Seht Euch das einmal an: A ist das historisch jeweils frühere; B das spätere Bild, C später als B und D (1 und 2) später als C. Das Frage ich besonders vor dem Hintergrund der letzten Posts von x-z.

A : (https://www.journalfuerkunstsexundmathematik.ch/2011/07/04/behind-cabeus-frontispice-the-first-image-of-a-magnetic-field/)

B René Descartes  ( 1596-1650), Principia Philosophia ( Amsterdam: Ludovicus Elzevirius, 1650), Zentralbibliothek Zürich, Alte Drucke und Rara, FF 91, p. 283

C Magnetologia curiosa: Das ist Gründtliche Abhandlung des Magneths [Magnets], in zwey Abtheilungen enthalten; der erste Theil begreifft die Erfahrnuß oder versuchungen, der zweyte aber die Ursachen welche davon kennen gegeben werden (Mainz: Küchler, 1690), Zentralbibliothek Zürich, Alte Drucke und Rara,NP 1836, Tab. 6 obere Bildhälfte

D 1

D 2

D 1 und D 2 sind provisorische Fotografien aus Emanuel Swedenborg,Opera Omnia Philosophica I (Dresdae: Fridericus Hekelius, 1734) Tableau IX, Fig. 8. und Tableau XV [?]; leider ist die Qualität hier nicht ausreichend, ebenso beim folgenden Tableau. Sie zeigen immerhin, dass das Magnetfeld untersucht wird, und zwar in seiner möglichen Abhängigkeit von der Form des magnetischen Körpers. Wichtig ist, dass diese Abbildungen 100 Jahre nach der Abbildung A entstanden sind; die Darstellung A ist produktiv geworden.

D.: Wir können so den Begriff der Intuition präzisieren.

*In: Rainer Maria Gerhardt, Umkreisung – das gesamtwerk (Göttingen: Wallstein, 2007, S. 222 [Zuerst in: Fragmente . Blätter für Freunde (1948-1950) Heft 6]

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