Archive for January, 2008

Aus der Seele schöpfen

Friday, January 11th, 2008
 

Wenn wir aus der Seele schöpfen, ihr zum Beispiel etwas Gesehenes wie ein Haus oder die Kontur eines Kontinents entnehmen, trennen wir dann etwas von der Seele? Ist das Getrennte vergleichbar mit dem Wasser, das mit einem Schöpflöffel aus einem Behälter entnommen wird? Schöpfen wir aus der Seele, indem wir kantig trennen, scharf abschneiden?
Wer kann schon scharf abschneiden, wenn er schöpft?
Die Küsten der Kontinente sind vermeintlich scharf konturiert. Will man sie messen, dann führt das zu unendlich vielen Unterscheidungen. Es wird geschieden, aber bei dieser Scheidung entstehen Kaskaden von Unterscheidungen, die den Kopf verwirren.

Aus der Seele schöpfen, heisst dann: Unterscheidungen zu treffen, kontinuierlich zu unterscheiden, so dass man die Seele nicht länger als Behälter begreifen kann, aus dem etwas geschöpft wird, sondern als unterscheidenden Prozess. Diese Konzeption der Seele mag von unserem Sprachbau bestimmt sein, der auf Unterscheidungen zwischen Gegenstand und Tätigkeit beruht. Die chinesische Sprache, Ernest Fenollosa argumentiert so,* trifft diese Unterscheidungen nicht. Eine Kultur, die Pilze als Orientierungsform benutzen, wohl auch nicht, sie muss den Schleim höher bewerten als die Unterscheidung.

(more…)

Schleimpilze

Thursday, January 10th, 2008

schleimpilz-hell-kopie.jpg

bewegen sich fort.

Wozu eigentlich?

Wednesday, January 9th, 2008

285.jpg

Gaukelwerke – Selbstaffektion

Wednesday, January 9th, 2008

Da!

Da ist etwas, eines und mehreres.

Wir müssen unterscheiden das Wesen, das da aus mehreren Linien gebildet worden ist, von den Wesen, die zu einem Geflecht von Wesen verbunden worden sind.

Dazu müssen wir zählen. Wir müssen in uns einen Vorgang aktivieren, der für einen Moment verlangt, dass wir nicht mehr hinsehen auf die Häuser, Ecken, Linien, Hörner, Geflechte, sondern dass wir uns mit uns selbst beschäftigen: mit einem etwas, das sich fragt, was es dort gesehen hat: Ein Wesen oder mehrere? Ein Liniengewebe oder mehrere, die verschiedenes zusammenhalten?

Oh, wir ertappen uns dabei, dass wir etwas nicht richtig gesehen haben. Wir müssen noch einmal hinsehen und korrigieren, dass wir mehr gedacht als gesehen haben, z.B. ein Hauss zu wenig oder ein Wesen zu viel in Gedanken wahrgenommen zu haben meinen, wo es doch mehr oder weniger sind. Auch dabei, bei diesem Korrekturvorgang, bleibt das Selbst aktiv, es ist besonders aktiv, weil es eine Wahrnehmung mit einer anderen vergleicht. Hoch kompliziert! Hoch umständlich! Eher umständlich als kompliziert.

Umständlich ist dieser Vorgang, weil er mit einer Folge von Unterscheidungen operiert. Das “zerfreut” das liebe Selbst. Denn es ächzt unter diesen Vorgängen des Vergleichens, so als fürchte es, zermalmt zu werden. Es zeigt sich jedoch und das ist dem lieben Selbst Grund zur Freude, dass dieses Ächzen nicht ein Ausdruck qualvoller Vernichtung ist, sondern Zeichen, dass sich etwas in Gang setzt, etwas, das nichts anderes, nichts mehr und nichts weniger ist als das liebe Selbst selbst, das sich freudig selbst begreift und das immer wieder.

Schade allerdings, das Selbst so zu denken, nicht weil das anstrengt, sondern weil die Häuser, Ecken, Wesen, Hörner, Fische, Fäden, Vögel, Flügel, Gebilde und Geflechte dabei schnell vergessen werden. Sie sind zwar ein Anlass, der die Selbstaffektion anwirft, doch bald geht es dem Selbst nur noch um sich selbst und nicht um das Wahrgenommene.

Wäre es nicht schöner, das Selbst als Gaukelwerk zu denken? Etwas, das hier und dort vorbei wankt, sich an diese Linie und Flügelflosse hängt, kurzzeitig haftet und dann weiter driftet?

Barbara Ellmerer: Soma (the two forms of)

Wednesday, January 9th, 2008

drinking-soma.jpg
first form: eating the raw mushroom

second form: taken in the urine of the person who has ingested the fly-agaric in the first form.

Tuesday, January 8th, 2008

284.jpg

Pilz und Weltseele

Tuesday, January 8th, 2008

Die Wahrnehmung der Seele verändert sich mit den Metaphern, die zur Verfügung stehen. Im ausgehenden 20. Jahrhundert wird die menschliche Seele mit Metaphern aus den Computerwissenschaften erfasst. Sie wird als Fülle diskreter Verschaltungen beschrieben. Wenn nun aber die Seele mit mycotologisch erfasst wird, also im Vergleich mit Pilzformen?

Da liegt ein weisser Pilz. Seine Lamellen erinnern an erstarrte Stromschnellen. Nichts verrät sein Äusseres über Heil-und Giftkräfte in seinem Inneren. Man ahnt, dass er sein Hervorkommen einer Verarbeitung von etwas Anderem verdankt. Er setzt sicht beinahe unwahrnehmbar fort. Anders als Blumen benötigt er nicht Insekten zur Vermehrung, sondern er verteilt sich mit Hilfe von Wind und Schwerkraft beinahe selbst. Er verstreut sich, hängt sich fest, gräbt sich unwahrnehmbar ein.
Lässt sich mit einer solchen Vorstellung über die menschliche Seele nachdenken?

(more…)

Law

Monday, January 7th, 2008

“One sets oneself always in opposition to the law. This is naturally”. (Novalis)*

Which kind of law is this? (more…)

Barbara Ellmerer: Magic mushroom

Thursday, January 3rd, 2008

macro.jpg

Wednesday, January 2nd, 2008

blg_uniformity_frm_00_00.jpg