Deviating circles: „Im vorbeygehen ist zu bemerkcen /

November 25th, 2011

dass ein jeder Circul die Vergrösserung des Baums / die da jährliche Geschicht / seye / und die Abweichung der Circul von dem Centro, von der Kälte Lufft herkomme / welche aus Nord wehent auff selbiger Seytehen an den Baum schlaget / die poros zuschliesset / und verhindert dass der Safft und kleine Theilger / so durch die Fäserlein und Röhrlein auffsteiget / gleich wie durch Bluth und Pulss andern / sich nicht kan ausbreithen noch ausstheilen / wie auff gegengesetzer Seythen gegen Mittag stehend / allwo die ahn den Baum stossende Hitz dessen Theilger verdinnert / viel porosischer machet und die Fäserlein und kleine Röhrlein ausdehenet / sie zu Zeiten / wann der Safft auffsteiget solche bequäm seyen ohnauffhörlich denselbigen zu empfangen / wodurch auf dieser Seythen viel weither von einander stehen als auff der Nordsyden. Zu einer Wahrnung dienet es denen guten Gärtner / dass man beobachte / bey Verpflantzung eines Baums / damit er gleichen Standt erhalte / den er gehabt vor der Verpflantzung / nemblich  / das die Nordseythe wiederumb nacher Norden zu stehen komme.

Eine Mittaglinie zu ziehen durch Hülfe dieser ungleich aussgebreiteten Circulen des Baums / muss eine gerade Linie gezogen werden / die da recht durchschneidet wo die Circul dass nächste zusammen kommen / und wo sie am weithesten von ein ander stehen gleich wie die Abbildung lehret / und vermeynet man das diese Linie strack auss Norden nach Sud gehe / auch mit dem Mittag-Circul übereinkomme / allein diese Weiss ist ungewiss und zimlich Bäurisch“. (A. A., Magnetologia,S. 43f.)

A. A., Magnetologia curiosa, Zentralbibliothek Zürich, Alte Drucke und Rara, NP 1836, Fig. [34] #

M.: Der Autor unterscheidet „zimlich Bäuerische“ Methoden von nicht bäuerischen Methoden. Bei dem Versuch den Autor zu identifizieren, bin ich der Vermutung nach gegangen, dass Johannes Sturm oder Jean Hautefeuille der Verfasser war. Beide treten im Journal des Scavans 1683* in Beziehung bei einer Diskussion, wer zuerst eine exakte Methode gefunden hat, das heisst die richtigen Instrumente, um die Abweichung der magnetisierten Nadel von der der Nord-Südlinie oder „Mittaglinie“ zu bestimmen.


Journal des savants, Lundi 9. Aoust 1683 Faltblatt zu *, ETH Zürich, Alte Drucke, P 917197

Das Faltblatt zeigt Instrumente und damit unterschiedliche Methoden, um  die Mittagslinie zu bestimmen.  In der Erläuterung der Hinweise wird auf die Methode von Hevelius verwiesen, die dieser in seiner „Maschine des Himmels“ beschrieben hat. Die in der „Maschine des Himmels“ gezeigten Instrumente setzen Kunstfertigkeit, Investionen, Raum und Zeit für die Forschung voraus. Das heisst eine höfische Umgebung oder eine Universität.

R.: Oder Nürnberg.

Jan Hevelius (161-1687), Machinae coelestis (Danzig: Simon Reinige, 1673), ETH Zürich, Alte Drucke, Rar 9646 GF, p. 11

* Im Journal des savants, du Lundi 9. Aoust, p. 266- 268 wird publiziert: „Avis aux Scavans et aux Curieux pour chercher, et pour trouver la declinaison de l’Aiguille aimanté, tirez d’une titre d’Epistola invitatoria, etc. Monsr. Sturmius Professeur à Nuremberg  … est celuy qui donne ces avis aux curieux.“

Finding the North-south line: Mittaglinie

November 24th, 2011

„Die Mittaglinie durch Hülffe der Bäume zu finden. Die Naturkündiger haben vermeynt /  dass es möglich seye eine Regul in der Natur zu finden / da druch an allen Orthen wo Bäume wachsen / eine Mittaglinie zu ziehen. Man muss sagen sie / einen Baum erwehlen / welcher frey auf einem grossen Platz / dass die Sonne und die Lufft an allen Seyhten daran streichen können / gewachsen / solchen von seinen Stamm absägen gar eben  und gleich / und als dann die abgesagte polirte Flache betrachten / so werde man daran sehen viele Circul / welche nicht auf einem Mittelpunct oder Centro gehen / auch also bald erkennen / dass alle diese Circul ein ander zimlich starck nähern auff der gegen Nord gestandenen Seythen / die aber gegen Sud gestanden das Gegentheil haben / wie die beygesetzte Figur anweiset.“ (A. A., Magnetologia,S. 42f.)

A. A., Magnetologia curiosa, Zentralbibliothek Zürich, Alte Drucke und Rara, NP 1836, Fig. [33] #

H. : Meine These: Intuition wird durch Instrumente gelenkt.
D.: Meine Gegenthese: Intuition beruht auf kosmischer Strahlung, elektromagnetischen Wellen. Ich verweise auf Buckminster Fullers* Überlegung: „ … thoughts might be beamed … received upon earth“.
J.: Auf der oben tstehenden Abbildung sehe ich keine Instrumente.
M.: Siehst du nicht, das die Bäume präzise gefällt worden sind. Das setzt Instrumente voraus. Sie sind indirekt erkennbar, wenn auch nicht erfahrbar.

* Buckminster Fuller, „Introduction”, in: Expanded Cinema

November 24th, 2011


Barbara Ellmerer

North-South: Mittag und Mittaglinie in der Magnetologia Curiosa

November 24th, 2011

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November 24th, 2011

November 24th, 2011

November 23rd, 2011


Barbara Ellmerer

Compass

November 23rd, 2011

und als man den grossen Nutzen dess Compass bey der Schiffarth erkennet / wurde wegn grösser Gemägligkeit ahn statt der Nadell eine runde Carthe nach grösse der Bixen gemacht in der Mitte oder Centro wurde gemacht ein Messinges Häublein damit es auff einer Angell ohngehindert sich bewegen könnte; Auff die Carthe wurden gemacht 32 Abteihlung die die 32. Wind bezeugnen / darunder aber wurde ahngefftet ein mit dem Magneth bekräfftigter Eyserner Trath / welcher machet dass die Seythe welche mit einer Lilien bezeichnet / allezeit nach Nordenweise. Hier ist zu beobachten dass die Lilie des Compss sich allzeit nach dem Nordpolo richte / sie seye gleich vor der Aequinoctiallinie oder hinder derselben; Auch von wegen besserer Einrichtung / indeme das Schiff von einer Seithen zu der anderen schlenckert / hat man den Compass mit zweyen Ringen auffgehencket / gleich wie die beygesetzte Figur erkläret.

Obwohlen nichts gmeiners ist zu sehen als dergleichen Compass in den Meerstädten / so habe ich gleichwohl vor gut erachtet allhier eine Beschreibung mitzutheilen / zum Nutzen derjenigen die noch niemahl auff dem Meer gewesen oder dergleichen Weckzeug nie gesehen. [Text verweist auf keine Abbildung]“ (A. A., Magnetologia,  S. 39-42.)

A. A., Magnetologia curiosa, Zentralbibliothek Zürich, Alte Drucke und Rara, NP 1836, Fig. [32] #

Empowering magnets: „Indem das Eisen geschmiedet würd /

November 22nd, 2011

so legen sich dessen kleine Theilger / daraus es bestehet / nach der Länge / gleich der kleine Nadelen / derohalben nehme man die Blatten oder Umbwaffnung also / damit die Länger dieser kleinen Theilger mit dem Gegentheil des andern nach der Länge überein komme. Ich habe zu einer Zeit 2. unterschiedliche Bewaffnungen genommen zu einem Magneth / die eine habe ich angemacht nach der Länge des Eysens wie es geschmiedet / nach Anweisung hirunterstehender Abbildung / die andere aber hab ich der ersten entgegen genommen / nemblich das die kleinen Theilger überzwärg kahmen / wie zu sehen auss beygesetzter Abbildung.

Die erste Manier der Bewaffnung / nemblich nach länge des Eysens hat ein vierten Theil schweir auffgehoben als die andere. Die Ursach ist / dass das Magnethische Wesen viel leichter seinen Lauff der Länge nach nehmen kan /  mit  grösserer Gewalt durchdringen / und die andere Manier allzugrossen Widerstand hat.“ (A. A., Magnetologia, S. 36.)

A. A., Magnetologia curiosa, Zentralbibliothek Zürich, Alte Drucke und Rara, NP 1836, Fig. [30], [31] #

M. : Statement 1: Versuche, Magneten durch Eisenplatten zu verstärken, bilden eine experimentelle Voraussetzug für Entwicklung von Magnetspeichern.
Statement 2: Teilchenbewegungen werden analog zu den Bewegungen von Kompassnadeln gedacht. Ein Artefakt leitet die Theorie per se nicht wahrnehmbarer Teilchenbewegungen.
Statement 3: Die Magnetnadel ist eine kulturgeschichtliche Voraussetzung für die Atomtheorie und die Mediengeschichte.
H.: Wir danken für die Ansagen, die ich bereits bei der Präsentation der Abbildung 22 erwartet habe.
D.: Frauenhaare werden in der Erforschung des Magnetismus zu einer willkommenen Gerätschaft, ähnlich wie „Faden so auss einem Aloê  Blatt gezogen“. Erzieht uns der Blog. Ich habe das Gefühl zum Gerät zu werden, zur Funktion, ich werde zur Funktion, ich werde zur Funktion, das ist meine Intuition.

November 22nd, 2011

Judith Albert