Archive for the 'Polarity' Category

Kleines Lied: 2

Saturday, May 14th, 2016

Schlüpfts mir, dir an den Spitzenspritzen
Zwischen Hufeisen (Magneten).
Regst, lenkst Häute,
Dort perlt der Gesang zwischen
verdrehten Fusskettchen.

Zehentippen Hufeisen
Nimm auf die Haut
Fusskettchen, die sich verdrehen
Trippy-toes horse-shoes
Take it on the chin
Anklets twistingin

Sampurna Chattarji/ deutsche Worte: Nils Röller

Headfarm

Sunday, April 17th, 2016

I Meine Hand ist nicht deine.
I Deine zwei Hände teilen nicht meiner Hände Abmessungen. Mit deiner Hand, mein Sein zu erfassen, ist nicht recht, so wie ich auch nicht gerecht sein kann, ich taumle, schreie nach einem Gefäss, das erfasst, was fehlt: Das Sein von uns und allem anderen.
I Stülpst du deine Hand in meinen Handschuh, so passt die linke Hand nicht in den rechten Handschuh und auch die rechte in den linken nicht, weder bei deinen Händen noch bei meinen.

ad Headfarm (27. Jan.2015)

Saturday, January 31st, 2015

C H Q V W

Die stimme hinter dem vorhang – das sprechen ist unsichtbar, war stets ein fernsprechen. – Wie findet die sprache zu einer namentlichen körperschaft, zu ‘der person’? Zur waltenden person, der, die eine stimme hat … Abstraktionen um löcher und schlaufen: grammatik der ketten und schüsse, gewebe der subjekte und prädikate.

“Kultur ist eine Ordensregel” (Wittgenstein) – ist verstrickung um aktivisch und passivisch. Ein mensch ist nackt/haut-und-haar, die person hingegen ist fleisch-und-blut (anatomie als ein abschied), wortgesetzlich eingekleidet in einer wertigkeit der blösse. Pronomina als abstand an/in/zwischen/zu ein|ander, die kasi – ein regularium herrschaftlicher verfügung über besitzanteile. Heiligenbildlegenden. Gewalt als scham.

Soweit zugleich als beziehungpflicht im theater der hauptsachen und vorbehalte. Und die hüllen des schweigens? – Mit in den mulden voller verlorener formen von bildheiligen und legenden …

Diagonale dehnung. Poiesis setzt beim obszönen ein: geräuschhaft irgendwo, vielleicht aus einem raum am andern ende des zeitflurs.

JSO MAEDER

Headfarm

Tuesday, January 27th, 2015

A: Was gegen die Gewalt unternehmen: die Gewalt, mit der Billionen Euro in die Märkte geflutet werden.
B: Gegen die Gewalt dieser Macht etwas unternehmen oder tun.
C: „Die Ikone, das Unvorstellbare, Nicht-Darstellbare, das sich jeder Wesensbestimmung entzieht, das sich jeder Istfrage* verweigert, wird es nicht doch in dem Akt des Darstellens, seines Sich-Präsentierens begreiflich?“ **
D: Anders mit der Gewalt umgehen, anders schreiben, vielleicht  langsamer oder lauter in die Tasten des Computers hauen, statt hauen oder schlagen: den Computer durch einen Bleistift oder Füller ersetzen.
E: Den Füller mit Goldfeder auf ricardo.ch anbieten, den Erlös an Handicap International überweisen.
F: Oder an Kiva.org: einer Gruppe von LandwirtInnen einen Mikrokredit gewähren oder einer Studentin in Syrien.
G: Eine Brücke, irgendein Standpunkt ist nötig, um die Zumutungen in den Nachrichten zu überblicken, um festzustellen, was uns in den Nachrichten zugemutet wird, um zu erfahren, was Menschen und ihren Märkten angetan wird.
H: Überblicken, bewerten, urteilen?
I: Eine Kritik der Urteilskraft? Sich selbst analysieren, statt konkret etwas zu tun?
J: Was wäre denn konkret zu tun? Was können Intellektuelle, KünstlerInnen und Schreibende tun, unternehmen?
K: Was ist denn eine richtige Schriftstellerin, Intellektuelle, KünstlerIn. Wie beschäftigt … sich mit den Nachrichten?
L: Kristalle formen, beobachten, wie Wasser in einer Regentonne gefriert.
M: Während in den Flüchtlingscamps Kinder erfrieren.
N: Hilft da Aristoteles oder Badiou etwas?
O: Aristoteles soll gesagt haben, man kann mich auch schlagen, wenn ich nicht dabei bin.
P: Wir werden von Nachrichten erschlagen, Geschehnissen, an denen wir nur mittelbar, manchmal sehr indirekt beteiligt sind. Soviel Katastrophen, dass man nicht weiss, was man denken, wie sich orientieren soll. Auf jeden Fall Waffenhersteller boykottieren.
Q: Bei der Frage, was mittelbar und was unmittelbar ist, ansetzen.
R: Unzerstörbar soll das Universum sein, unsere Seele ist ein Spiegel des unzerstörbaren Universums.
S: Dazu wird ein diskursiver Strang „Reine Mittel“ entwickelt, in dem die zeitlichen Differenzen benannt und verhandelt werden. Dieser Strang stellt zentrale Begriffe und Argumentationen aus den philosophischen Diskursen vor, kontextualisiert sie geschichtlich als archivarisches Problem (A-Z), problematisiert die medialen Bedingungen (A-Z) und vergleicht sie (A-Z), untersucht den Grenzverlauf (sinnlich-begrifflich, Sinn-denkend, Sinn-erzeugend-malend-collagierend-scannend) (A-Z) und fluchtet sie auf das Problem der Orientierung im digitalen Netz (A-Z).
T: Was für ein Denken suchen wir denn? Eines mit Stöcken?
U: Mit diesen archaischen Mitteln bleiben wir im Modus der vermeintlichen Direktheit, des Unmittelbaren.
V: Gehen wir von der Zelle aus. Suchen wir, entwickeln wir ein Denken, das in der Zelle, mit der Zelle, in der wir uns befinden, zurechtkommt.
W: Zellen, Denken, Gerät, Maschine, Netz, und das Geschlecht.
X: Was kann das sein, unser Denken, das sich nicht einem Mittel, dem einen Ziel, dem Auftrag einer bestimmten Koporation, Stadt, Kirche oder Gönnerschaft verpflichtet weiss?
Y: Es beschäftigt sich mit der Passform, der Mulde, in die etwas geformt wird und dann herausgelöst wird. Ist Schrift so eine Mulde? Ist ein Bild so eine Mulde? Nein, sie können in Mulden abgelegt werden, in Mulden geformt werden. Sie sind Zellen, die von der Architektur, der Form der Mulde gestaltet werden. Sie können sich von den Mulden, Gussformen, Schalen befreien. Mulden sind Hyperzellen, Bilder, Schrift, Texte: Zellen.
Z: Also bietet das JSO-Denken eine Chance für die Frage von A.
B: Wir sind der Gewalt ausgewichen, indem wir uns mit uns selbst beschäftigen, indem wir uns mit Kunst beschäftigen, mit unserem künstlerischen Leben, dem Leben Intellektueller.
C: „Mit dieser Frage hat sich eine Theologie der Ikone vornehmlich auseinanderzusetzen.“ **
D: Ich habe keinen Überblick über unsere Headfarm. Mir fehlt eine Ebene, von der aus ich überblicken kann was hier geschieht?
E: Das hat schon jemand von uns gesagt.

* Deutsch im Original.
** Massimo Cacciari, „Die Ikone“ [1. Kapitel aus Teil II Icone della Legge] in: Volker Bohn (Hrsg.), Bildlichkeit (übersetzt von wurde von Jürgen Blasius, Frankfurt/M.: Suhrkamp, 1990), S. 385.

Headfarm: Verschlingen

Friday, February 28th, 2014

D: Ich habe das Geschlecht der Gottheit gelesen.
M: Gelesen oder verschlungen?
D: Indem ich die Zeichen verschlungen habe, haben meine Vorstellungen sich neu verschlungen:

>>Männlich ist auch der oberste Berggott der Japaner, Oho-yama-tsu-mi, d.h. ˒grosser Bergherrʿ; das schliesst aber nicht aus, dass als Göttin des Fuji-Berges jetzt eine weibliche Gottheit, die, ˒wie Baumblüte herrlich blühende Prinzessinʿ, verehrt wird.<<.*

* (Alfred Bertholet, Das Geschlecht der Gottheit (Tübingen: Mohr, 1934), S. 10.

Headfarm: Des Kaisers Zeichenstock (1)

Monday, October 1st, 2012

I (Die Winde jagen die Wogen vom Okeanos wie einen Sprühregen auf, so dass dieser in das befahrene Meer fällt, und die Muschel nimmt ihn auf, wie der Mutterleib den Tropfen des Mannes empfängt; dann kehrt sie zurück, und dieser Wassertropfen gelangt zwischen das in der Muschel eingeschlossene Fleisch. Die Muschel hört nicht auf, nach einem ruhigen Ort zu streben, Steinbuch, zur Entstehung der Perlen)

1 (rekonstruierend) I (Die Winde … Perlen) — (den Gedanken (die Organisation der Gedanken nach dem Prinzip der Polarität) verwerfen, der Verfasser des Steinbuchs kannte vermutlich Gegensätze wie hell-dunkel, Nacht-Tag, oder Unterschiedliches, das sich vereint wie Frauen und Männer, aber nicht die Polarität, die sich austauscht; König-Kaiser Friedrich könnte durch Vermittlung der Araber oder durch Gelehrte an seinem Hof, die Arabisch verstanden (wie Michael Scotus), von dem Steinbuch erfahren haben)

Headfarm

Sunday, May 13th, 2012

Nous vîmes, peu à peu, les vocables s’organiser … (Edmond Jabès, Le Livre des Ressemblances (Paris: Gallimard, 1991), p. 151.)

I start assembling images.

Ich beginne allmählich damit, Bilder sich organisieren zu lassen.

1 – I R 2

Worte oder Linien?

2 – I R 3

Ich  suche ein Bild, das am 8. Mai 2012 im Journal für Kunst Sex Mathematik gepostet wurde. Ich finde es, allerdings nicht mit Hilfe von Google. Google ordnet stattdessen an: Andy Warhol neben Jean Baptiste Simeon Chardin, ein Mutteridol ohne Hals, mit einem Stecknadelkopf und grossen Brüsten (Venus vom Hohle Fels), einen Delphin, der einen Schwamm trägt (Courtesy of Ewa Krzyszczyk) … Ich ordne Worte Bildern zu und diesen Worten Links, die Bilder zeigen, die diesen Worten zugeordnet sind.

Ich frage mich, wie dieses Ich in diesen Post geraten ist. Es war doch die Rede von uns, die wir sahen, wie sich Worte organisieren … Nous vîmes, peu à peu, les vocables s’organiser … (Edmond Jabès, Le Livre des Ressemblances (Paris: Gallimard, 1991), p. 151.) … We saw how words assembled … (Edmond Jabès, The Book of Resemblances 2 – Intimations, The Desert, (Translated by Rosmaire Waldrop, Hanover: University of New England/Wesleyan University Press, 1991), p. 1.)

Ich – auch Du – sehe – siehst – Farben, die ein Bild bestimmen, ein Bild vom Geschlecht der einen und der anderen, rosa und hellblau.

lightblue: hellblau

pink/rose: rosa.

Headfarm

Thursday, May 10th, 2012

Nous vîmes, peu à peu, les vocables s’organiser. (Edmond Jabès, Le Livre des Ressemblances (Paris: Gallimard, 1991), p. 151.)

We saw how words assembled. (Edmond Jabès, The Book of Resemblances 2 – Intimations, The Desert, (Translated by Rosmaire Waldrop, Hanover: University of New England/Wesleyan University Press, 1991), p. 1.)

I didn’t see how images assembled. I saw one image, then another. I try to assemble them.

Ich sah nicht, wie sich Bilder organisieren. Ich sah ein Bild, dann sah ich ein anderes. Ich beobachte mich nun dabei, wie ich versuche, diese Bilder zu begreifen, indem ich Worte fallen lasse.

[Polarity: word versus image]

Wednesday, November 30th, 2011

Frontispiz

Wednesday, November 30th, 2011


A. A., Magnetologia curiosa, Zentralbibliothek Zürich, Alte Drucke und Rara, NP 1836, Frontispiz

A.A., Traitté de l’aiman : divisé en deux parties, la première contient les expériences & la seconde les raisons que l’on en peut rendre / par Mr. D (Amsterdam: Henry Wetstein, 1687) ETH Zürich, Alte Drucke , Rar 5054, Frontispiz

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