Headfarm: A Discussion on Globes, Pointers, Stones

Determing the circumference of the earth by measuring the different angles of a star appearing above Bale and Cologne. Sebastian Münster, Cosmographia (Basel: Henricus Petrus, 1544), Zentralbibliothek Zürich, Alte Drucke und Rara, Res 121, p. 5.

R.: Nehmen wir mal an, dass Du so wundersam bist, wie behauptet wird.
H.: Immerhin sprechen manche von einer magnetischen Revolution. Magnes, oder was auch immer das  ist, Magnete befinden sich auf Kühlschränken, in Waschmaschinen, in Schwebebahnen, in der Kernforschung.
M.: Ich nehme mir die Freiheit zu fragen, wie ich geworden bin, in der Hoffnung,  Spielraum zu erlangen, um mich entwerfen zu können.  Ich bin aus Bildern zusammengesetzt, die von unbekannten Kreuzfahrern, von Plagiatoren, angsehenen Ärzten und Ordensleuten hergestellt wurden und dann noch von Hildegard…
Realo: Es sind Hilfsbilder. Bilder, die auf Texte angewiesen sind, von denen sie umgeben sind.
J: Sie sind mächtig in ihrer Dienstfertigkeit, in ihrer bescheidenen Nützlichkeit. Ich möchte diese Hilfsbilder ordnen und gliedern, um etwas  zu verstehen. Ich glaube, dass ich dadurch etwas von der Ausbildung, der Genese und dem Leben und Verfall schwacher Kräfte und starker Mächte erfahren kann, der Macht der Bildnutzung im Dienste der westlichen „Vermessung der Welt“.
D.: Versucht doch mal zu ordnen.
R.: Ich schlage eine Metapher vor,  die Metapher des Wachstums, eine biologisierende Metapher. Sie ist selbstverständlich ein Effekt von Texten: Also ich schlage vor, von Bildstämmen zu sprechen. Im Text von Taisnier findet sich bereits ein Gehölz. Das Gehölz ordne ich, indem ich drei Typen von Stämmen unterscheide …
J: Was ist mit den Wurzeln?
R.: Ich unterscheide methodisch drei Stämme, um mich in dem Bildgehölz von Taisnier zu orientieren und zwar Kugel, Zeiger, Stein.

Kugel

Zum Beispiel auf dem Bild, das diesem Post vorangestellt ist. Der unterschiedliche Winkel, in dem ein Stern in Köln oder Basel sichtbar wird, ermöglicht die Berechung des Erdumfangs und damit der Dauer eines Fussmarsches über die Erde. Die Erde, so rechnet Sebastian Münster im 16. Jahrhundert,  hat ein einen Umfang von 5400 deutschen Meilen. Die Dicke des Erdreichs betrage 1718 deutsche Meilen. Wer die Erde ablaufen möchte und an einem Tag vier deutsche Meilen gehen kann, der müsste 1350 Tage gehen oder drei Jahr und 260 Tag.  Das ist wegen der Wasser jedoch nicht trockenen Fusses möglich. Der Kartenmacher Sebastian Münster nutzt den Kompass in einem Gefüge, das mathetmatisch Beziehungen zwischen Sternen über der Erde und Distanzen und Richtungen auf der Erde berechnet und zur Orientierung nutzt.


Peter Apian, Instrumentum Primi Mobilis (Nürnberg: Johann Petreius, 1533), Zentralbibliothek Zürich, Alte Drucke und Rara, RX 49, title.

Die rechte Figur hält einen Himmelsglobus in der Hand, zunächst wurde der Himmel als Kugel dargestellt, dann die Erde, Peter Apian, Instrumentum Primi Mobilis (Nürnberg: Johann Petreius, 1533), Zentralbibliothek Zürich, Alte Drucke und Rara, RX 49, Titlel.

Der Druck von Taisnier zeigt bereits eine Armillarsphäre, einen Himmelsglobus. [ZB Magnet 1] Taisnier of Hainault (Hannonius): De Natura et Effectibus Lapidis Magneticis. Coloniae 1562, published the letter on the magnet by Peregrinus under his own name. Zentralbibliothek Zürich, Alte Drucke und Rara, NE 1836: 3, p. 9.

Bildstamm Zeiger

Der Kompass wird bei der Herstellung einer Karte der Stadt Norfolk verwendet, William Cuningham (1531-1586), The cosmographical glasse (1559), Nachdr. – (Amsterdam : Theatrum Orbis Terrarum, 1968 ), Faltblatt

Den Bau einer aufwendigen Sonnenuhr, deren Teile ausgewechselt und variiert werden können beschreibt in Zürich der Pfarrer Bernhard Lehmann (1531-1613). Das Instrument zeigt eine Präzisierung des Blicks, bzw. der Beobachtung der  Bewegungen von Sonnenhöhen und Schatten. Burkhard Lehmann, Sonnenuhren (Zürich: In der Forschow, 1589), Zentralbibliothek Zürich, Alte Drucke und Rara, ZB 7.105, Faltblatt

In seinem Druck oder Plagiat verzichtet Taisnier auf die Darstellung von Protokompassen und damit von Zeigern, die mit dem Magnetstein in Beziehung gesetzt werden. Hier die Zeichnung eines Proto-Schwimmkompasses, Gerät, das primär zur Zeitmessung konstruiert wurde, Petrus Peregrinus (possibly around 1269),  Epistula de magnete (Nach der Ausgabe von Surlese, Fig. 1, Gesamtansicht (p. 83) 

Stein

Wie lagern die Magnetsteine im Berginneren? Das diskutiert Porta unter dem Gesichtspunkt der Polarität der Steine. Die Darstellung des Steins variiert ein Paradigma,  einem Muster, das Auskunft geben kann über Mechanismen der Abstraktion und des Zitats. Portas Natürliche Magie, die ursprünglich in vier Büchern unterteilt und publiziert wurde, wächst bis zum Jahr 1591auf zwanzig Bücher an. Hier Giambattista Porta, Magiae Naturalis Libri Viginti (Johannis Berthelin:  1650) Zentralbibliothek Zürich, Zentralbibliothek Zürich, Alte Drucke und Rara, ZB Z 153, p. 283.

Der Stein wird in einen Behälter gesetzt, der in einem Behälter schwimmt. In dieser künstlichen Umgebung werden die Eigenschaften des Steins, seine Ausrichtung in der Nord-Südrichtung, beobachtbar. [ZB Magnet 1] Taisnier of Hainault (Hannonius): De Natura et Effectibus Lapidis Magneticis. Coloniae 1562, published the letter on the magnet by Peregrinus under his own name. Zentralbibliothek Zürich, Alte Drucke und Rara, NE 1836: 3, p.  11.

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